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Rohstoffe und Konflikte
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Goldgewinnung |
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Weltweit werden 85 Prozent des Goldes für Schmuck verwendet. Es gibt kein FairTrade-Siegel für Gold. Deshalb ist es wichtig, sich als Verbraucher/in über einen bewussten Umgang mit Gold Gedanken zu machen.
Zum größten Teil wird Gold heute in Minen des Tagebaus abgebaut. Man sprengt es ab und löst es mit Hilfe des hochgiftigen Zyanids vom Gestein. Das Gold wird in Südafrika, Peru, Sibirien, Venezuela, Ecuador, Indonesien, Ghana, den USA und weiteren tropischen Ländern gewonnen. Die Goldgewinnung hat katastrophale soziale und ökologische Auswirkungen.
Nach Angaben der International Labour Organization, ILO, sterben deshalb jährlich 15.000 Menschen. In vielen Andenländern arbeiten beispielsweise Kinder in den meist abgelegenen, engen, stickigen und mangelhaft abgesicherten Stollen. Allein in Peru sollen 50.000 Kinder in solchen Minen arbeiten. Aber auch die indigenen Völker sind betroffen: In Brasilien werden viele von illegalen Goldsuchern aus ihrer Heimat vertrieben.
Eigentlich müsste kein Gold mehr abgebaut werden, weil genug vorhanden ist. So müssten nur die Reserven der Staatsbanken auf den Markt gebracht werden. Dann könnte der Goldabbau auf ein Minimum reduziert oder sogar für Jahre ausgesetzt werden. Auch der Internationale Währungsfond, IWF, hatte schon vor Jahren vorgeschlagen, fünf Prozent seiner Reserven, im Wert von 40 Milliarden Dollar, zu verkaufen und dieses Geld für den Schuldenabbau der Entwicklungsländer einzusetzen. Dieser Vorschlag scheiterte vor allem an der deutschen Regierung und der Bundesbank.
Aufgrund der Goldgewinnung fielen in den letzten 25 Jahren allein für München 2,6 Millionen Kubikmeter verseuchtes Erdreich an. Die Menge reicht aus, um das Stadtgebiet mit einer 10 Zentimeter hohen Schicht zu bedeckt.
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Für mehr Transparenz beim "Schwarzen Gold" |
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Beim Erdöl herrscht bisher erstaunlich wenig Transparenz: Weder über das Herkunftsland, die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards, noch über die Respektierung der Menschenrechte in den Förderländern werden die Konsumenten vor dem Kauf aufgeklärt.
Dabei ist Erdöl nach wie vor der wichtigste Energielieferant der Welt. Förderung, Transport und nicht zuletzt der Verbrauch des Schwarzen Goldes verursachen gravierende Umwelt- und gesellschaftliche Probleme.
Da es bislang kein Gütesiegel gibt, dass den Verbraucher/innen die Einhaltung von gewissen Standards garantieren würde, ist die Konsumentenmacht recht gering.
Dem möchte der Verein FairOil etwas entgegen setzen. Bei FairOil handelt es sich um einen Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Zürich. Der Non-Profit-Verein wurde im Mai 2005 gegründet und hat das Ziel, mehr Transparenz und Ethik in das globale Erdöl-Geschäft zu bringen.
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Coltan und Bürgerkriege |
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Kennen Sie das Metall Coltan bzw. Tantal? Nicht? Dann geht es Ihnen, wie vielen Menschen. Tantal ist ein seltenes und teures Metall. Verwendet wird es in zahlreichen Produkten der Computer- und Kommunikationstechnologie. Ob von A wie Airbag oder V wie Videorecorder, überall ist es drin. Chirurgischen Geräte beinhalten Tantal genauso wie Bauteile im Flugzeugbau.
Der Begriff Coltan wird nur in Afrika angewandt. Der Coltan-Abbau Zentralafrikas konzentriert sich im Wesentlichen auf die Kigali- und Kivu-Region (Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo zu Ruanda). Weitere bedeutende Tantal-Niob-Lagerstätten finden sich in Brasilien, Kanada und Westaustralien.
Der Preis für Tantal ist vor allem seit Anbruch des Handy-Booms und der Knappheit an Coltan in die Höhe geschnellt. So schoss der Preis z.B. zwischen Februar 2000 und Januar 2001 von knapp 75 US-Dollar auf knapp 400 US-Dollar pro Kilo. Im Frühjahr 2005 hat er sich wieder bei etwa 80 US-Dollar pro Kilo eingependelt. Die hohen Gewinne und die mangelnde staatliche Überwachung während des Bürgerkrieges in der Demokratischen Republik Kongo führten zu völlig planlosen Bergbauaktivitäten. Gravierende Umweltschäden waren die Folge. Unter anderem wurden größere Flächen des schon stark reduzierten Lebensraumes der Gorillas zerstört.
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Krieg um Rohstoffe |
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"Coltan ist nur ein Beispiel - eines, das zum Symbol geworden ist, wie ein weltweit begehrter Rohstoff den Krieg in Kongo schürt", schreibt Michael Bitala in der SZ im Juni 2003. Der Hauptprofiteur der kongolesischen Coltan-Vorkommen ist inzwischen das Nachbarland Ruanda, das die etwa 27-fache Fläche des eigenen Staates im Ostkongo erobert und sich damit Zugriff auf 70 Prozent der Coltan-Reserven verschafft hat. Und Ruanda verfügt noch immer über die Kontrolle. Zwar ist die ruandische Armee im Herbst 2002 offiziell abgezogen, doch noch immer kontrolliert die Regierung in Kigali das Besatzungsgebiet. Ihre Schergen sind die Rebellen der RCD-Goma, einer berüchtigten kongolesischen Miliz, die Zivilisten ermordet, vergewaltigt und ausraubt, so berichtet der SZ-Journalist Bitala weiter.
Allein zwischen den Jahren 1998 und 2003 sind schätzungsweise zweieinhalb bis drei Millionen Menschen dem Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo zum Opfer gefallen. Ein Krieg, der laut einem Bericht der UNO hauptsächlich wegen des Zugangs zu Rohstoffquellen geführt werde.
Ein UN-Untersuchungsausschuss fand heraus, dass Dutzende europäischer Firmen die Plünderungen unterstützen, indem sie illegal abgebautes und geschmuggeltes Coltan abnehmen. Unter den 85 Firmen und 54 Einzelpersonen befand sich auch die Bayer-Tochter H.C. Starck mit Sitz in Gosslar.
Zwar sind gegen Ende 2001 die Preise für Coltan wieder stark gefallen, doch der Handel mit dem Mischkristall ist weiterhin ein gutes Geschäft - nicht zuletzt, weil Ruanda und die Rebellen den Schürfern so gut wie gar nichts mehr bezahlen, resümiert Bitala am Ende seines Artikels. "Entweder wird den Menschen in den Minen das Coltan weit unter Wert abgenommen, oder aber es werden Kriegsgefangene und ruandische Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt."
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Diamanten |
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Diamanten sind schon in kleinen Mengen sehr wertvoll und leicht zu schmuggeln. Schon auf relativ kleinen Gebieten sind Rebellenorganisationen in der Lage, große Geldmittel zu erwirtschaften. Diamanten können mit einfachen Mitteln abgebaut und ohne umfangreiche Investitionen ausgewaschen werden. Das begünstigt den illegalen Abbau. Rohstoffe finanzieren Bürgerkriege in Afrika. Zwei Beispiele:
Sierra Leone - ein westafrikanisches Land, seit 1961 unabhängig, mit etwa fünf Millionen Einwohnern und doppelt so groß wie Baden-Württemberg, ist seit 1991 Schauplatz anhaltender Kämpfe um Land und Macht. Die Vereinigte Revolutionäre Front (RUF) führt seither einen mit Diamantenhandel und von Libyen mit Waffenlieferungen finanzierten Feldzug. Sie überfällt Städte und Dörfer, tötet wahllos Tausende Menschen und zwingt Kinder, die das Massaker überleben, zum Kampf als Soldaten im Namen der RUF. Mit dem Export über Liberia finanzieren auch europäische und amerikanische Händler den Krieg mit. Erst seit der Friedensverkündung 2002, die erstmals freie und faire Wahlen in Sierra Leone ermöglicht, scheint eine Besserung der Lage in Sicht. Angola - in Angola tobt seit 1961 ein nunmehr seit über drei Jahrzehnten mit dem Handel von Diamanten finanzierter Krieg. Die Rebellenorganisation Unita, mit ihren militärischen Streitkräften, beherrscht die Diamantenminen und kontrolliert den Export. Seit 1992 soll sie Schätzungen von Amnesty International zufolge, allein bis ins Jahr 2001, bis zu vier Milliarden US-Dollar auf diese Weise verdient haben. Angolanische Diamanten gehören mit ca. 250 Dollar pro Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) zu den besten weltweit.
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