Aktionsbündnis Artgerechtes München

Industrielle Intensivtierhaltung ist gesundheitsgefährdend, tierquälerisch, unsozial, umweltbelastend, unnötig – und vor allem: unerwünscht. Bäuerliche Betriebe verlieren zunehmend den Kampf gegen Agrarfabriken. Auch bei uns in Bayern.

Industrielle Tierhaltungsanlagen sind eine Brutstätte für gesundheitsgefährdende, multiresistente Keime, gegen die keine Antibiotika mehr helfen. Tendenz steigend. Der allergrößte Teil unserer Nutztiere fristet ein erbärmliches, kurzes und leidvolles Leben in der industriellen Intensivtierhaltung. Erst im März 2015 hat der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik dem Bundeslandwirtschaftsministerium ein Gutachten übergeben, in dem die Nutztierhaltung in Deutschland scharf kritisiert wird: Die derzeitigen Haltungsbedingungen seien »nicht zukunftsfähig«. Es gebe erhebliche Defizite, vor allem im Bereich Tierschutz, aber auch im Umweltschutz.Ein Drittel des Grundwassers in Bayern ist in schlechtem Zustand: Hauptgrund ist die hohe Nitrat-Belastung aus der landwirtschaftlichen Gülle – ein Stoff, der im Körper in krebserregendes Nitrit umgewandelt werden kann. Deutschland hat sich längst zum »Billig-Schlachthaus Europas« gewandelt. Stundenlöhne zwischen 3 und 5 Euro sind keine Seltenheit. Die in landwirtschaftlichen Produktions- und Verarbeitungsprozessen tätigen Menschen haben eine Lebens- und Arbeitssituation verdient, die es ihnen ermöglicht, respektvoll mit den Tieren und der Umwelt umzugehen – und in der auch der Mensch als Arbeitnehmer respektvoll behandelt wird. Auch bei uns in Bayern sind die Weichen gestellt: Bei der Anzahl der beantragten und genehmigten Tierhaltungsplätze für Masthähnchen und Schweine liegt Bayern weit vorne in Deutschland. Die Landeshauptstadt München soll sich per Stadtratsbeschluss für ihren Wirkungskreis dazu verpflichten, zukünftig nur noch Produkte einzusetzen bzw. zuzulassen, die nachweislich aus artgerechter Tierhaltung stammen:

  • in allen städtischen Kantinen
  • in allen städtischen Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, Kultureinrichtungen
  • bei allen städtischen Empfängen
  • bei allen öffentlichen Veranstaltungen, bei denen die Stadt Hausherrin ist, wie zum Beispiel dem Stadtgründungsfest, den Auer Dulten, dem Christkindlmarkt oder dem Oktoberfest

Ist das finanzierbar?

Ja. Ein von Tollwood in Auftrag gegebenes, unabhängiges Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Mehrkosten für den Einsatz von Produkten aus artgerechter Haltung im Kinderbetreuungs- und Kantinenbereich unter 10 Prozent liegen würden, bei Großveranstaltungen zwischen 10 und 20 Prozent. Mehr Infos unter www.artgerechtes-muenchen.de